NaNo, was hab ich da getan? Mein Rückblick zur NaNoWriMo-Premiere


Schon lange damit geliebäugelt, dieses Jahr endlich gewagt: Mein allererster NaNoWriMo (National Novel Writing Month) liegt erfolgreich hinter mir. Dank meiner tapferen Gefährten aus dem VSPA war der Monat trotz aller Hoch und Tiefs ein überwältigendes Erlebnis. Doch was hat mir der NaNo jetzt gebracht? Und wo stehe ich jetzt?

Mein Ziel

Der NaNoWriMo will nur eines von dir. 50’000 Wörter in einem Monat. Für jemanden wie mich, der berufsbedingt eher mit Zeichen statt mit Wörtern rechnet, ist das schon mal zu Beginn verwirrend. Wieviel ist das wirklich? Also einfach ein Roman? (Und ihr kennt mich ja, meine Grössenverhältnisse, was Romane betrifft, sind nicht normal. Aber dazu später mehr.)

Egal. Nur wegen einer Wörterzahl und um mir beweisen zu wollen, was für ein toller Schnellschreiber ich doch bin, hätte ich den NaNoWriMo nicht gestartet. Mein innerer Editor, der ewig nörgelnde, kleinmachende Plagegeist, ist in den letzten Jahren zu einem Klotz am Bein geworden. Und der nie enden wollende Band 2 von Asa Monogatari das still leidende Opfer.

Also sagte ich allem den Kampf an – vor allem mir selbst. Ich wollte innerhalb eines Monats die Wörterzahl schaffen und – so dachte ich – mit einem kleinen Romanprojekt etwas Abwechslung ins Schreiben bringen, damit ich wieder für Band 2 motiviert bin.

Meine Geschichte

Das Feuer des NaNo hat mich schon im Oktober beim Plotten gepackt. Die Ideen sind nur so aus mir herausgeflossen. Als typischer Entwickler hab ich noch nie so viel für eine Geschichte im Vorfeld geplottet – wenn ich mich nur mal an den Plot halten würde. 🙂

Ausgangspunkt war eine alte Geschichte, die ich vor Schweigen des Schnees angefangen hatte, aber nach zehn Seiten aufgab. Die Grundidee fand ich toll, aber an zwei, drei Punkten haperte es heftig. (Ob ich das jetzt ausgemerzt habe, wird sich erst noch zeigen.) Also warf ich alles auf den Kopf und begann neu. Und daraus entstand Aijas Geschichte, ein emotionales Fantasyabenteuer in einer Schach-Welt mit (Herz-)Schmerz und eigenwilligen Charakteren:

Aija will fort aus dem Käfig, der sich Evron schimpft. Einfach nur weit weg vom tristen Dorf und der drohenden Heirat mit einem Grossbauern. Doch ein Angriff der Ka’a ree bedroht nicht nur ihre Zukunft, sondern auch die des ganzen Königreichs der Sha’a. Aija muss sich entscheiden. Für ein Leben in Unterwerfung – und gegen die Liebe.

Ja, ich weiss es inzwischen auch. Die alte Regel, den NaNo mit einer neuen Geschichte zu beginnen, ist längst nicht mehr gültig (was mir erst zwei Tage vor Start aus Zufall zu Ohren kam). Ich hätte auch einfach Band 2 weiterschreiben können und wäre jetzt sicherlich fertig geworden. Aber …

Meine Powerbank

Eine neue Geschichte zu beginnen, war genau die richtige Entscheidung, um meinem inneren Editor aussen vor zu lassen. Von und mit Aija zu schreiben, hat mich wieder daran erinnert, was ich eigentlich an meinem Hobby liebe: abtauchen, mitfiebern, Spass haben, den Plot spontan über Bord werfen und sich von den herzlichen Figuren um den Finger wickeln lassen. Genau das ist mir passiert. Die ersten 100 Seiten waren alle noch lieb und folgsam und dann – bam! Crispin nahm das Steuer in die Hand. Der Love-Interest und Aija haben eine Dynamik entwickelt, dich mich echt umgehauen hat – und die Geschichte einfach mal doppelt so lange dauern liess, wie ich vorgesehen hatte. Es sollte ja eigentlich um einen Schachkrieg gehen. Ratet mal, was auf den ersten über 250 Seiten noch nicht losgebrochen ist …

Aber ich trauere der Entwicklung nicht nach. Im Gegenteil: Ich liebe sie!

Mein Wermutstropfen

Der einzige Nachteil. Mir ist passiert, was ich eigentlich mit dem NaNo auf keinen Fall bezwecken wollte: Noch ein angefangenes Projekt vor mir liegen zu haben. Mit Band 2, dem Lektorat von Eldradjan und nun Aija machen das drei sehr akute Fälle. (Die anderen Schubladenleichen mal nicht mitgezählt.)

Mein üblicher Wahnsinn

Neues Jahr, neue Ziele: Nach einer kleinen Pause und einer hektischen Festtagezeit komme ich endlich wieder etwas vorwärts mit der Geschichte. Jetzt will ich einen Zahn zulegen. Nicht ganz NaNo-Tempo, aber beinahe. Das wahnwitzige Ziel: bis Mitte März die Geschichte abschliessen. Schliesslich will ich Aija und Crispin so schnell wie möglich allen vorstellen! Das Lektorat von Eldradjan kommt aber zuerst. Und eine kleine, grössenwahnsinnige Idee ist da noch, wie ich das Aija-Projekt beschleunigen und meinen inneren Schweinehund besiegen könnte … Vielleicht hört ihr bald mehr von mir, wenn ich mich dazu überwinden kann 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.