Lesereise ’16/2: Von Steinböcken und Ingwerschoggi


Der erste Blogbeitrag der Reise – und schon einen Tag zu spät! Das fängt ja gut an 🙂 Gestern wollte das Hotel-Internet zuerst überhaupt nicht und dann nur sporadisch. Ich auf jeden Fall wollte dann aber auch nicht mehr. Und ging völlig k.o. schlafen, die Stimme von Alice Gabathuler im Kopf: „So eine Lesereise macht mich immer nudelfertig!“ Oh ja, Alice.

Aber der Reihe nach: Am Sonntag reiste ich spätnachmittags per Bahn ins schöne Graubünden, konnte aber die Aussicht kaum geniessen. Erstens war es bereits zu dunkel, um viel zu sehen, und zweitens arbeitete ich mit Hochdruck an einer Kurzgeschichte, die – ja genau heute! – unbedingt fertig werden musste. Dank Zugfahrt wurde sie dann zum Glück schon am Sonntag fertig und ich konnte sie – nachdem ich ratternd und schleppend mit meiner zweifachen Kofferbagage die Backsteinstrassen ins Hotel in Klosters hochgekraxelt war – in aller Schnelle korrigieren, überarbeiten und abschicken. Was mein Glück war, da am Folgetag wie gesagt das Internet Faxen machte.

Eine Premiere

Völlig aufgeregt, wie meine Lesereise wohl starten würde, schlief ich sehr unruhig. Nach hastigem Frühstück – das Buffet sah sooo toll aus, aber die Zeit reichte nicht für mehr als ein Gipfeli mit Kaffee – wurde ich auch schon von Claudia Marugg, der Gemeindebibliothek Klosters-Serneus, abgeholt und mit Ingwerschoggi als Präsent begrüsst. (Übrigens unglaublich lecker!) In der Oberstufe erlebte ich drei völlig unterschiedliche Lesungen mit Feuer-Flamme-Schülern, etwas schüchternen und nach der Mittagspause verständlicherweise auch etwas trägen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt konnte ich aber einige Szenen austesten und so ein Resümee ziehen, welche fortan in den nächsten Tagen im Repertoire bleiben würden und welche nicht. Ganz stolz bin ich auch auf meine erste komplett in Hochdeutsch gehaltene Lesung. (Denn an der BuCon in Frankfurt vor einem Jahr erübrigte sich die Sprachenfrage, als im Publikum nur Schweizer sassen und man ja selbst dank zahlreicher Komplexe doch immer zum Dialekt wechselt, wenn man die Wahl hat.)

Tourismus und So?

Beim Mittagessen mit einer kleinen Fraktion von Lehrern im einzigen Lokal, das während der Zwischensaison geöffnet hat, erfuhr ich einiges über Klosters, den Tourismus und eben dieser „leidigen Zeit dazwischen“. Mal darauf aufmerksam gemacht, fand ich den Rückweg – bei schönstem Wetter – zum Bahnhof an all den grossen, leeren Hotels vorbei dann tatsächlich etwas trostlos. Zumindest der Pausenplatz der Primarschule war voll und auch das kleine Café am Mini-Bahnhof, bei dem Claudia mich zum Tee einlud, war gut besucht. Klosters ist also doch noch nicht ausgestorben.

Alle Lesereisen wieder …

Ich gestehe: Ich habe mir – schon wieder – gleich am ersten Tag ein neues Buch gekauft. Normalerweise nehme ich aus Lesereisen ja immer mehr Bücher nach Hause, als dass ich mitnehme. Aber schliesslich musste ich ja auch für längere Zugfahrt bis nach Zuoz gerüstet sein … doch dazu gleich mehr im nächsten Blogbeitrag.

Mit diesen Fotos schicke ich liebe Grüsse, eure Bettina

Klosters vor meiner Abreise

Die Aussicht von Klosters kurz vor meiner Abreise

 

Meine Bagage: Nun um ein Buch schwerer …

Graubünden

Auf der Zugfahrt Richtung Zuoz …

 

Entdeckung

P.S. Alice, guck mal. Stand da einfach im Coop Kiosk. Die Bündner mögen deine Lost-Souls.

 

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