Autorin 6


 

Bettina BellmontBettina Bellmont

„Natürlich Schreiben, viel Lesen, Schokolade und Kaffee- am besten zusammen – Singen im Chor, eine Runde Schwimmen mit Freunden, Geniessen.“  Bettina Bellmont wurde 1990 geboren und lebt heute in der Ostschweiz. Unter anderem als Autorin von Jugendbüchern und freie Journalistin tätig, widmet sie sich hauptberuflich ihrem Studium der Germanistik, Publizistik und des Japanischen an der Universität in Zürich.
Ihr erster Roman Am Tag der Schwarzen Vögel erschien im August 2010 und ist noch bis Sommer 2015 erhältlich. Bereits als 14-Jährige hatte sie damit begonnen. Eine Fortsetzung ist nicht geplant; die Geschichte wird aber überarbeitet und erweitert.
Der zweite Roman Das Schweigen des Schnees erschien im November 2013 beim Papierfresserchens MTM-Verlag. Im Herbst 2015 folgt mit Kame Nikki – Tagebuch einer Schildkröte ein Shortbook als Spin-Off. Weitere Fortsetzungen sind am entstehen.

 

„Wissen Sie!“, meinte die Lehrerin etwas vorwurfsvoll. „Von Ihnen gab es ja nichts zu lesen oder zu erfahren; ausser dass Sie Schokolade und Kaffee mögen“.

Lange gab es von mir tatsächlich nicht viel mehr als diese kurze Zeilen oben. Was eigentlich ein eher plumper Versuch meinerseits war, Schokko-Geschenke an Lesungen und Kaffee im Lehrerzimmer zu ergattern, war dann doch zu wenig, um sich ein Bild von der Frau zu machen, von der man jetzt ein Buch las. Wer – gottfriedstutznomol – ist diese Bettina Bellmont überhaupt?

Was für ein Paradox: Eine Schreiberling wie ich, die sich in ihren Geschichten nie – aber auch sicher nie – kurzfassen kann, schafft es nicht, mehr als ein paar schlampige Zeilen über sich selbst zu schreiben? War ich einfach zu faul? Nein. Nur der festen Überzeugung, dass es nichts Spannendes über mich zu berichten gibt. Und mit einer immer noch schuldvollen Erinnerung an eben jene Lehrerin, die das Wenige bemängelte, und jene Buch-Blogger und Rezensenten, die nichts Gescheites über mich berichten konnten, nehme ich jetzt einen erneuten Anlauf und mache es besser … (vielleicht).

Fragen, die mir hin und wieder gestellt werden:

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?

Ich begann zu schreiben, weil es in der Schulbibliothek nichts mehr zu lesen gab, das ich nicht schon kannte. Da musste ich mir die Geschichten einfach selbst erfinden. (Anfangs war ich übrigens eine miese Leserin. Statt Lesen zu lernen, wie man es üblicherweise tat, war ich der festen Überzeugung, das funktioniere, indem man sich die zu lesende Geschichte gut einprägt und dann auswendig „vorträgt“. Die Geduld meiner Mutter und meiner Lehrerin haben mir geholfen, damit es schliesslich doch noch „richtig“ klappte. Und da war der Lesehunger entfacht.) Meine erste Geschichte – Finn und die Elfen – wurde leider nie länger als eine halbe Seite. Ich war damals in der Primarschule und tief enttäuscht, als ich eines Tages in der Bibliothek ein Buch entdeckte, indem die Heldin nicht nur den gleichen Namen hatte wie meine Finn, sondern auch noch – was für eine Frechheit! – eine Elfe zur Freundin zählte. Auf die Idee, einfach den Namen zu ändern, kam ich damals zwar noch nicht, dafür startete ich trotzig einen erneuten Versuch. Nach Flutwelle der Macht  (90 Seiten) in der fünften Klasse und Die letzte Phalanx  (120 Seiten) in der sechsten Klasse war für mich klar, dass ich Schreiben – wenn es nicht allenfalls nicht zum Beruf reicht – so doch zumindest zu meiner Leidenschaft machen will.

Warum schreibst du?

Wenn ich lange nicht geschrieben habe, fällt es mir wieder auf, wie viel Freude und Zufriedenheit mir das Schreiben schenkt. Seit meinen ersten Schreibversuchen, und heute eigentlich immer noch, schreibe ich als allererstes für mich. Ich erzähle mir die Geschichte selbst – denn meistens weiss ich abgesehen vom Ende noch nicht wirklich, was alles geschehen wird. Und meine Figuren sind immer wieder für Überraschungen gut. Da mit der Veröffentlichung von Am Tag der Schwarzen Vögel und jetzt besonders mit Das Schweigen des Schnees der Asa Monogatari- Reihe immer mehr Leserinnen und Leser die Geschichten mit mir teilen, habe ich zusätzliche Motivation bekommen, weiter und weiter zu machen. Dazu kommen Lesungen, Autorentreffen und Austausch mit Leserinnen und Lesern über Social Media – alles Dinge, die man vorher im einsamen Kämmerlein nicht mal ansatzweise erahnen konnte. Und es macht riesigen Spass!

Wie schreibst du?

Mit grobem Plot und gut ausgearbeiteten Figuren kann’s meistens losgehen. Dazu brauche ich Musik – immer passend zur Geschichte natürlich – und viel Zeit. Ich glaube, ich bin in der Zwischenzeit jemand, der selbst im „Flow“-Zustand des Schreibens viel korrigiert und schon „so-wie-es-sein-sollte“ hinhaut – oder einfach nur nachlässige Nachkorrekturen macht. Zumindest brauche ich für die Korrektur nie sehr lange. Eigentlich werde ich beim Schreiben auch immer schneller – statt ein Jahr brauche ich jetzt nur noch zwei Monate für hundert Seiten, und irgendwann möchte ich ein Buch in einem Monat schaffen – aber da der Uniabschluss und damit Berufs- und Zukunftsplanung in erschreckend schnellen Schritten nahen, muss das Schreiben momentan häufig hinten anstehen.

Du möchtest mehr von mir wissen?  Dann teile mir deine Frage mit und ich werde sie gerne hier einbauen 🙂


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 Gedanken zu “Autorin

  • Sprenger Karl

    Liebe Bettina, ich liebe solche Leute wie Sie. Am liebsten möchte ich solche Personen persönlich kennen lernen. Ich habe das Buch gelesen von “ MALALA “ das Junge moslemische Mädchen wo sich so sehr einsetzt für diese Mädchen damit sie zur Schule gehen dürfen so wie wir Europäer und zur Strafe wollte man sie erschiessen. Auch dieses Mädchen möchte ich sehr gerne persönlich kennen lernen. Japan ist ein sehr interessantes Land was mich auch sehr fasziniert. Ich war vor 5 Jahren in China und reise dieses Jahr nochmals hin. Sehr geehrte Bettina, machen Sie weiter so, mit freundlichen und lieben Grüssen Karl ( Charlie ) bin 68 Jahre alt.

    • admin Autor des Beitrags

      Vielen Dank, lieber Charlie!
      Ich wünsche Ihnen viele tolle Erlebnisse in China und wer weiss, vielleicht geht’s ja auch mal nach Japan?
      Liebe Grüsse!

  • Hanna

    Liebe Frau Bellmont
    Ich habe selber an Ihrer Vorlesung in Arlesheim teilgenommen und fand es sehr gut. Obwohl mich Fantasy Figuren nicht besonders interessieren, war es sehr lehrreich und interessant zum zuhören.
    Freundliche Grüsse
    Hanna

  • Alexandra

    Liebe Frau Bellmont
    Ich war selber an Ihrer Vorlesung in Arlesheim und es war sehr interessant. Ich konnte erfahren, wie Sie auf Ihre Ideen kommen und ein Teil Ihres Lebens erfahren und noch viel mehr. Es war sehr lehrreich.
    Freundliche Grüsse
    Alexandra